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Stralsund, 18. Juni 2010

Minister Backhaus sichert Kutter- und Küstenfischern Unterstützung zu


Kutter am "Alten Strom"
"Zu den aktuellen Problembereichen gehört die Bestandsaufnahme der wichtigsten Wirtschaftsfischarten unserer Küstenfischerei. Dabei haben die Fangmöglichkeiten auf Dorsch und Hering mit einem durchschnittlichen Erlösanteil an den Jahresgesamterlösen von ca. 65 Prozent mittlerweile eine Schlüsselfunktion für das Sein oder nicht Sein so mancher Fischereibetriebe." Dies sagte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus heute in Stralsund auf der Jahreshauptversammlung der Kutter- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommerns.

In seiner Rede ging der Minister vor allem auf die Entwicklung der Dorsch- und Heringsfischerei ein. Beim Dorsch sei zwar eine erfreuliche Bestandssituation zu verzeichnen, die Preise von durchschnittlich 1,0 Euro je Kilogramm liegen jedoch seit einem Jahr erheblich unterhalb des früheren langjährigen Mittels von 1,60 €/kg. Im Jahr 2009 habe das dazu geführt, dass die Erlöse aus der Dorschfischerei mit 2,5 Millionen Euro gegenüber dem Jahr 2008 trotz einer nahezu gleich hohen Quote um 30 Prozent gesunken sind.

"Dieser Jahreserlös gehört zu den schlechtesten der vergangenen 15 Jahre. Auch für das Jahr 2010 zeichnen sich keine höheren Preise ab, so dass auch für dieses Jahr trotz einer erfreulichen Erhöhung der Quote um 12 Prozent erneut recht geringe Umsätze zu erwarten sind."

Was den Heringsbestand in der westlichen Ostsee betrifft, so wird nach den Worten des Ministers schon seit einigen Jahren eine sehr schlechte Nachwuchsproduktion prognostiziert. Es sei deshalb zu befürchten, dass weitere Fangaufwandsreduzierungen zur Diskussion stehen.

Die deutsche Quote für den Heringsbestand der westlichen Ostsee habe im Jahr 2008 noch 24.579 Tonnen betragen, 2009 waren es nur noch 17.500 Tonnen. Davon wurden durch die Kutter- und Küstenfischerei des Landes 12.500 Tonnen mit Erlösen in Höhe von 4,4 Mio. € angelandet.

Die Gesamterlöse der Kutter- und Küstenfischerei gingen im Jahr 2009 gegenüber 2008 von 13,2 Mio. € auf 10,1 Mio. € zurück, ein Erlösrückgang von 24 Prozent.

Backhaus informierte darüber, dass für das Jahr 2010 den Kutter- und Küstenfischern eine Heringsquote von 8.940 Tonnen zur Verfügung steht. Darin enthalten seien ca. 3.100 Tonnen für die größeren Sassnitzer Schleppnetzfahrzeuge und die 850 Tonnen, die nachträglich durch den Ringtausch mit Nordseehering bereitgestellt wurden.

"All jenen, die diesen Tausch ermöglicht haben, möchte ich ausdrücklich danken. Ich muss jedoch auch darauf verweisen, dass ich in meiner Verantwortung für die gesamte Fischwirtschaft des Landes ein erhebliches Interesse daran habe, dass die Wertschöpfung aus dem in Mecklenburg-Vorpommern angelandeten Fisch auch im Land verbleibt. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, wurden erhebliche Fördermittel bereitgestellt", teilte der Minister mit.

Die diesjährige Heringsquote sei in Rekordzeit abgefischt worden. Trotz erneut gestiegener Preise, wurde im Jahr 2010 aus der Heringsfischerei mit einem Erlös von 3,58 Mio. € das bislang schlechteste Ergebnis seit dem Jahr 2001 erwirtschaftet. Gegenüber dem Jahr 2008 bedeute dies allein aus der Heringsfischerei einen Erlösrückgang von 1,6 Mio. € - ein Minus von 30 Prozent.

Minister Backhaus: "Aller Voraussicht nach wird das Jahr 2010 was den Erlös betrifft, das schlechteste Jahr seit 1991. In den Jahren 2009 und 2010 hat es bereits 16 Betriebsaufgaben gegeben. Um diese Entwicklung abzufedern, wird das Land im Jahr 2010 an etwa 150 Haupterwerbsfischer der Kleinen Küstenfischerei, die im Jahr 2008 zumindest 3.000 Euro erwirtschaftet hatten, die Erlösausfälle zu 50 Prozent ausgleichen. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei wurde mit der Durchführung der Maßnahme beauftragt. Die ersten Anträge sind gestellt, von denen ein großer Teil bewilligt wurde."

Als erfreulich bezeichnete Backhaus die Tatsache, dass sich bei der Gewährung der Sozialvergütung für die zeitweilige Stilllegung von Fischereifahrzeugen eine Belebung abzeichnet. Während im Jahr 2009 lediglich 46 Anträge gestellt wurden, seien es in diesem Jahr bereits 130.

Etwa 90 % der gut 800 Fischereifahrzeuge des Landes gehören zur Kategorie der Kleinen Küstenfischerei. Eine Seite Zurück

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